Katzenhaltung in der Wohnung

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In Deutschlands Haushalten tummeln sich über 15 Millionen Katzen. Viele Familien teilen ihr Leben mit einem tierischen Mitbewohner. Doch auch bei Singles stehen die Vierbeiner hoch im Kurs. Nicht alle Katzen erhalten Freigang. Wird eine Katze zum Stubentiger, muss sie nicht automatisch unglücklich sein.

Wir verraten dir, wie die Wohnungshaltung gut funktionieren kann und was für eine Wohnungskatze wirklich wichtig ist.

Katzenhaltung in der Wohnung – ist das artgerecht?

Katzenhaltung in der Wohnung

Katzen stammen von wilden Tieren ab und gehören nicht in die Wohnung? Nicht zu vergessen, einst war es die Katze selbst, die sich domestizierte und dem Menschen anschloss. Dennoch macht sich allgemeine Unsicherheit breit, wenn es um die Wohnungshaltung der Vierbeiner geht.

Zunächst gibt es gute Gründe, die dafür sprechen:

  • es ist kein geschützter Auslauf vorhanden
  • eine viel befahrene Straße führt am Haus vorbei
  • der Wald mit seinen Gefahren ist in der Nähe 
  • Katze ist älter und wenig bewegungsfreudig
  • Katze ist jung und agil und könnte davonlaufen  

Werden einige Aspekte berücksichtigt, können Katzen auch in der Wohnung artgerecht gehalten werden. Dabei gilt es, auf deren natürliche Bedürfnisse und einige soziale Faktoren Rücksicht zu nehmen. 

Was brauchen Wohnungskatzen?

Jeder Katze mit Freilauf besitzt ein bestimmtes Territorium, indem sie sich sicher bewegt, spielt, jagt oder döst. Solange es sich nicht um eine 1-Zimmer-Wohnung handelt, kann auch das eigene Zuhause zu diesem Territorium erklärt werden. 

Du als Katzenhalter bist allerdings in der Pflicht, Rücksicht auf dein Haustier zu nehmen und für eine tiergerechte Umgebung zu sorgen. 

Folgendes Equipment darf in keinem Katzenhaushalt fehlen: 

  • Katzentoilette: Hat die Katze keine Möglichkeit, im Freien ihr Geschäft zu erledigen, muss ein fortlaufendes zugängliches Katzenklo aufgestellt werden. Die Einstreu musst du täglich wechseln, da Katzen sehr reinliche Tiere sind. Im Mehrkatzenhaushalt sollte für jedes Tier eine separate Toilette zur Verfügung stehen. 
  • Kratzbaum: Es liegt in der Natur der Katze, ihre Krallen zu schärfen. Dafür stehen im Freien ausreichend Baumstämme zur Verfügung. Damit deine Wohnungskatze nicht Polstermöbel oder Tapeten ruiniert, ist ein Kratzbaum ein Muss. Die mit Sisal umwickelten Stämme dienen als Ersatz für das Krallen schärfen in der Natur.
  • Spielzeuge: Die Katze liebt es zu jagen. Freigänger pirschen sich nicht nur an Mäuse, sondern auch an Blätter, Äste, Federn oder Ähnliches heran. Um den Spieltrieb auch im Zimmer zu befriedigen, bietet der Handel eine breite Palette an Bällen, Fellmäusen oder Angeln. Damit lässt sich das Jagdverhalten gut imitieren. 

Wohnungskatzen glücklich machen – diese Dinge solltest du vermeiden

Damit sich eine Katze in der Wohnung wirklich wohlfühlt, müssen einige Kriterien ausgeschlossen werden. 

Langeweile 

Katzen sind von Natur aus agil, neugierig und verspielt. Die Tiere möchten beobachten, jagen und am Familienleben teilhaben. Es müssen ausreichend Möglichkeiten zum Klettern Verstecken, Kratzen und toben vorhanden sein. Sorge daher immer wieder für Ablenkung. Tägliche Spieleinheiten sind Pflicht.

Mit einem Intelligenzspiel sind die Tiere länger beschäftigt als mit einer Fellmaus. Schaffe auch einen Aussichtspunkt, an dem die Katze die Übersicht behält.

Deckenhohe Kratzbäume eignen sich ebenso gut, wie ein Fensterplatz, der als Beobachtungsposten dient. Ein guter Kompromiss ist der Zugang zum mit einem Katzennetz gesicherten Balkon.    

Einsamkeit 

Katzen sind Individualisten, sollten aber nicht als notorische Einzelgänger abgestempelt werden. Die Tiere sind durchaus gesellig und können auch in Familienverbänden zusammenleben. Eine Katze in Einzelhaltung wird in der Wohnung auf Dauer unglücklich, wenn du sie häufig alleinlässt. 

Dies kann sich in verschiedenen Anzeichen äußern:

  • Katze wirkt träge und teilnahmslos
  • Katze frisst kaum 
  • Katze kratzt an Möbeln 
  • Katze verrichtet ihr Geschäft auf dem Fußboden 

Diesen Protest solltest du ernst nehmen. Spiele und schmuse regelmäßig mit deinem Tier. Die beste Lösung, wenn du tagsüber längere Zeit außer Haus bist, ist und bleibt die Anschaffung einer Zweitkatze. 

Bewegungsmangel

Die Wohnung schränkt die Katze in ihrer Bewegung ein. Es gibt nicht viel Neues zu entdecken. Dies macht die Tiere auf Dauer träge. Der Mangel an Bewegung führt zu Übergewicht und macht die Katzen letztlich krank. Animiere deine Katze daher unbedingt zu mehr Action.

Dafür eignen sich verschiedene Maßnahmen:

  • deckenhohe Kratzbäume 
  • Parcours aus verschiedenen Klettermöglichkeiten
  • Leckerlis im Zimmer verteilen
  • Angeln zum Spielen verwenden
  • Laserpointer für Jagdspiele nutzen 
  • Zweitkatze anschaffen 

Können Katzen allein in der Wohnung gehalten werden?

Wenn du ausreichend Zeit mitbringst, spricht nichts dagegen. Katzen können durchaus einige Stunden am Tag allein verbringen. Ein Familienhaushalt eignet sich gut für die Haltung von einzelnen Katzen, findet sich doch häufig ein Spielgefährte. Ein voll berufstätiger Single sollte allerdings davon absehen und sich in jedem Fall für eine Zweitkatze entscheiden. 

Brauche ich die Erlaubnis des Vermieters, um Katzen in der Wohnung zu halten?

Ob Katzen in der Mietwohnung erlaubt sind, solltest du beim Vermieter in Erfahrung bringen. In der Regel gibt es entsprechende Klauseln im Mietvertrag. Ist dies nicht der Fall, hole dir vorab die Erlaubnis. 

Ein pauschales Verbot der Katzenhaltung ist laut Bundesgerichtshof nicht zulässig. Die Haltung von zwei Katzen ist in den meisten Mietwohnungen kein Problem. Möchtest du mehrere Katzen halten, liegt eine Individualentscheidung vor. Fühlen sich andere Mieter durch Lärm oder Geruch belästigt, kann ein Verbot ausgesprochen werden.

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